• Weltbürger und

    Patron auf dem Schloss

"Who is" Martin Scharff

Sternekoch, Entertainer, Unternehmer

Immer wieder greift der Sternekoch aus Franken nach den Sternen am Gourmet Himmel. Bereits im Alter von 27 Jahren, war er einst Deutschlands jüngster Sternekoch; ein Prädikat kulinarischer Güte, welches er sich bis heute ununterbrochen, jedoch an unterschiedlichen Standorten immer wieder erarbeitet hat. So ist auch eines der aktuell von ihm betriebenen Restaurants - Scharffs Schlossweinstube - mit einem Michelin Stern ausgezeichnet.

In der Küche geboren

Vom Leben eines Sternekochs

Scharffs Werdegang ist zielstrebig und nachdrücklich. Martin wurde 1963 im Jahr der Kältekrise im fränkischen Dinkelsbühl mitten in das Weihnachtsgeschäft des elterlichen Gastronomie Betriebes hinein geboren. Von Tag „1“ hat er gelernt, dass die Füße in der Gastronomie nur selten still stehen. So prägte das Umfeld das Naturell des ohnehin umtriebigen Martin. Im elterlichen Betrieb mit fränkischer Regionalküche sammelte der „Bub“ erste Erfahrungen mit der Mutter am Herd.
Im Sturm und Drang der Jahre als Teenager wünschte sich Martin eine Bühne, wollte Hard-Rocker werden, began aber dann eine Kochlehre in einem Schwäbischen Landgasthof mit eigener Jagd, Schlachterei und Fischbassin. In diesem Gasthof, wo man alles selber machte und vor allem das ganze Tier verwertete, absolvierte er eine tiefgreifende Grund-Ausbildung zum Koch.
Damals ahnte er noch nicht, dass er den Pfad zum Rockstar noch nicht verlassen hatte und einige Köche heute wie Rockstars auftreten. 

Seine erste Comis-Station übernimmt der Jungkoch im Sternerestaurant „Traube Tonbach“, dann im heutigen Dreisterne-Restaurant bei Harald Wohlfahrt. Dort setzt er sich mit Filigranität und Perfektion am Herd auseinander.

Diesem Startlblock der Kochkarriere folgen weitere Station im Sterne Restaurant bei Jörg Müller "Westerland" auf Sylt - einer Sterne Küche wo Geld verdient werden musste, bei welcher er seine Erfahrungen zu nachhaltigem Wirtschaften und der Verwertung ganzer Tiere einbringen konnte - gefolgt von einem Kontrastprogramm im Restaurant "La Table" der Spielbank Hohensyburg - einer Gourmet Küche auf höchstem Niveau ohne betriebswirtschaftlichen Anspruch, sowie im „Guarda Val“ in Lenzerheide.

Erste Auslanderfahrungen sammelte Scharff anschliessend bei einem guten Freund von Paul Bocuse im 2 Sterne Restaurant „Schillinger" in Colmar - als einziger Deutscher in der Küche - bei Jean Schillinger, der einige Jahre später Opfer eines Attentats wurde und im Stockwerk über der Küche bei einer Feuersbrunst ums Leben kam. Ja - Köche leben gefährlich.

Doch zu diesem Zeitpunkt war Scharff schon einige Schritte weiter auf seinem Lebensweg; zunächst in Südafrika, Hongkong und dann Kalifornien, wo er Einblicke in verschiedene Küchenstile sammelt; was seine Stilfindung prägt.

Der erste Stern

"Es gibt Nichts, was ich nicht koche"

Mit 27 Jahren macht er dann den Schritt in die Selbstständigkeit, mit dem Restaurant und Hotel „Eisenkrug" in seinem Geburtsort Dinkelsbühl, Gleichzeitig besucht er die Hotelfachschule in Heidelberg. Die umtriebige und stets lernbegierige, weltoffene Art treibt Blüten: Während der Schulzeit kommt überraschend die Auszeichnung mit dem Stern als jüngster Sternekoch in Deutschland. Im darauffolgenden Jahr wählte der Feinschmecker Martin Scharff zum Aufsteiger des Jahres in Deutschland. Der Abschluss der Hotelfachschule mit der Bezeichnung „staatlich geprüfter Gastronom“ ist jetzt nur noch Formsache. 

10 Jahre später wechselte Scharff in das Landart Hotel „Wartenberger Mühle“ bei Kaiserslautern, wo nach 8 Monaten sofort wieder der Stern bestätigt wurde. Hier entwickelte er seine Liebe zu einer besonderen Kräuterküche, für die er in Deutschland auch bekannt wurde. „Wir hatten direkt hinter der Küche, terrassenförmig angelegt, einen Kräutergarten mit bis zu 80 verschiedenen Kräutern, die in allen Bereichen der Küche individuell eingesetzt wurden.“ Berichtet Scharff noch heute voller Begeisterung „Unsere Gäste kamen aus Nah und Fern um alleine schon den Kräutergarten zu bewundern - das war unser ganz besonderes USP (Verkaufsargument)“. Weiteren Bekanntheitsgrad erreichte er auch durch die kulinarische Betreuung der Bambi-Verleihung und der Berlinale

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2009 wurde Martin Scharff für seine Leistung in „Innovation und Ausbildung“ mit dem Gastronomiepreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet und für den Warsteiner Gastronomiepreis, einen der bedeutendsten deutschen Gastronomiepreise, „als Vorbild und Mutmacher für die Branche“ nominiert.
Nach 11 Jahren in der Wartenberg Mühle, kam 2012 das unwiderstehliche Angebot für eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands - das Heidelberger Schloss - die Schlossgastronomie zu übernehmen. Auch dort erhielt das Restaurant - Scharffs Schlossweinstube - bereits nach 8 Monaten erneut den Stern vom Guide Michelin. Seit seinem 27 Lebensjahr hat Martin Scharff diese Auszeichnung nun ohne Unterbrechung an unterschiedlichen Standorten und unter unterschiedlichen Herausforderungen verteidigt.

Martin Scharff ist ein Stürmer und Teamplayer - er agiert im Verbund. Freundschaft, Kameradschaft und  Mitgliedschaft in Vereinigungen hat ihn stets unterstützt und weiter gebracht. So ist er Gründungsmitglied der Jeunes Restaurateurs d’Europe, sitzt im Prüfungsausschuss der renommierten Chaine des Rotisseurs und spielt "Linksaußen" mit Trikot Nr. 8 in der Fussball Mannschaft Deutscher Spitzenköche.
In seiner wenigen Freizeit reist er als Food-Hunter und Gourmet-Guide, macht Musik, besucht Konzerte oder konzipiert Bücher über Küche, Kräuter und den unendlichen Genuss.